Wenn ich mich nach einem harten Arbeitstag bei der Zubereitung des Abendessens entspanne, höre ich oft mit halbem Ohr auf den Fernseher im Wohnzimmer. Beim Schnippeln der essenziellen Ballaststoffe werden Ohren und Hirn aufs angenehmste von den nicht minder essenziellen Werbeblöcken des MZieglmeier2.jpgVorabendprogramms gespült, wobei man - passend zur Tätigkeit des Kochens - mindestens alle zwei bis drei Minuten an den wahren Sinn des Lebens erinnert wird: Regelmäßige, weiche und voluminöse Stühle, erreichbar durch den Konsum von Abführmitteln und Novel-Food-Joghurts. Im Jahr 2008 hat es mir ein Joghurt-Werbespot besonders angetan: Eine junge Frau liegt zwischen Bäumen auf einer Picknickdecke. Ihre Freundin fordert sie auf, sich mit den anderen Picknick-Teilnehmern spielerisch zu bewegen. Sie muss das ablehnen, und zwar mit den Worten: `Ich fühl` mich so träge ...`, wobei die im Uhrzeigersinn um den Nabel kreisende Hand signalisiert, dass es sich bei besagter Trägheit um die ihres Gedärms handelt, die wegen der langfristig unbehandelten Überfüllung dieses wichtigen Organs auf den Rest ihres jugendlichen Körpers ausstrahlt.
Ihre gleichaltrige, aber dennoch lebenserfahrene Freundin empfiehlt ihr daraufhin den Joghurt, dessen Kulturkeime die Magensäure in großer Zahl überleben. Dazu zeigt der Bildschirm die Silhouette einer Frau mit eingezeichnetem Magen-Darm-Trakt. In diesen werden die kugelförmigen Jogurtkeime von oben eingefüllt und überleben - wie gesagt - den Magen in großer Zahl, um sich dann im Gedärm zu einem Pfeil zu formieren und in Sekundenschnelle ... Werbezeit kostet schließlich Geld ... aus der schematisierten Dame unten wieder heraus zu fallen.
Das nächste Bild zeigt die ehemals Darmträge, wie sie sich mit den anderen Mittzwanzigern auf der Waldlichtung mit altersgemäßen Hüpfspielen vergnügt. Sie wirkt erleichtert, ja geradezu befreit, und man ahnt, dass man, würde man den Wald wieder betreten, sehr genau aufpassen müsste, wo man hintritt.
War 2008, joghurttechnisch betrachtet, das Jahr der weichen, voluminösen Stühle, so muss man (bis heute nachwirkend) 2007 als das Jahr der Abwehr archivieren. Erinnern Sie sich an die Werbung mit dem Pärchen, das dick eingemummelt am Nord- oder Ostseestrand spazieren geht und verwundert zur Kenntnis nimmt, wie sich Scharen von Nackten jeden Alters in die sichtlich eiskalten Fluten stürzen?
Was wollten uns die Kreativkräfte aus der Werbebranche mit diesen Bildern sagen? Etwa dass der Genuss von Joghurtdrinks ein suizidales Verhalten nach Art des nordischen Lemmings fördert?
Mitnichten, geneigter Leser! Die Aussage war, dass man sich dank dem novel food dergleichen eiskalt-wässrige Fahrlässigkeiten leisten konnte - mit einem Immunsystem, das einen Alligator mit Stolz erfüllen würde.
Und 2009? Da sieht man eine junge Frau beim Aufräumen der überraschend harmlosen Verwüstungen nach einem Kindergeburtstag. Sie steht auf einem Stuhl und pflückt Luftballons von einer Wäscheleine. Der Anblick eines besonders prallen roten Ballons, den sie sich sofort gegen den flachen Bauch presst, motiviert sie, einer älteren Dame ihr Leid zu klagen: Blähungen!!!
Auch ihr wird der Joghurt empfohlen, dessen Keime den Magen in großer Zahl überstehen. Wieder zeigt die Grafik - diesmal im Profil - wie sie sich zu einem Pfeil formen und auf ihrem Weg ans Tageslicht die als Nebelschwaden gezeichneten Blähungen mit sich reißen, wobei der gewölbte Leib sichtlich flacher wird. Vermutlich in Unkenntnis der immensen Zahl von geblähten Hausfrauen, die mit dem Rücken zum Fernseher in der Küche stehen und auf ihr Gehör angewiesen sind, verzichten die kreativen Werber (für mich unverständlicherweise) darauf, die Luftballon-Analogie dabei auch noch akustisch zu bemühen. Trotz dieses fast unverzeihlichen Versäumnisses muss man den Verantwortlichen im Joghurtmarkeiting ein feines Näschen bescheinigen: 2009 wird das Jahr der Blähungen, das steht seit der Zulassung von alli 60 mg fest.
Wenn in Zukunft Germany`s next Topfmoppel pharmazeutisch und diätetisch unberaten vor der Schweinshaxen-Grillstation steht, wird er sich die Frage stellen, wie viel ihn der Genuss wohl kostet: Zwei alli? Drei alli? Er wird es ausprobieren, und seine Darmflora wird ihn dafür bestrafen.
Sie wird sich über das ungespaltene Fett hermachen und daraus Gase in schier unglaublichen Mengen produzieren. Seine Umwelt wird die Sünde mit ihm zusammen büßen müssen, denn diese Gase besitzen ein Aroma, das mit der Sozialverträglichkeit eines Menschen kaum vereinbar ist. Mancher, der neben ein paar Abnehmwilligen in der U-Bahn sitzt, dürfte ungeachtet der Benzinpreise wieder aufs Auto umsteigen.
Der Effekt funktioniert übrigens auch mit Amylaseinhibitoren ... allerdings wieder mit einem anderen Aroma. Ein Internist aus meinem Bekanntenkreis behauptet, er könne bei der Visite ohne einen Blick in die Kurve sagen, in welchem Zimmer ein Patient liegt, der Glucobay einnimmt ... Türe öffnen und einatmen genügt. All das kann nur damit enden, dass Mitte 2009 bei Gottschalk ein Kandidat auftritt, der darauf wettet, zehn gemischte alli- und Glucobay-Patienten am Geruch ihrer Slips unterscheiden zu können.
Wenn ich mich nach einem harten Arbeitstag bei der Zubereitung des Abendessens entspanne, höre ich oft mit halbem Ohr auf den Fernseher im Wohnzimmer. Beim Schnippeln der essenziellen Ballaststoffe werden Ohren und Hirn aufs angenehmste von den nicht minder essenziellen Werbeblöcken des MZieglmeier2.jpgVorabendprogramms gespült, wobei man - passend zur Tätigkeit des Kochens - mindestens alle zwei bis drei Minuten an den wahren Sinn des Lebens erinnert wird: Regelmäßige, weiche und voluminöse Stühle, erreichbar durch den Konsum von Abführmitteln und Novel-Food-Joghurts.
Im Jahr 2008 hat es mir ein Joghurt-Werbespot besonders angetan: Eine junge Frau liegt zwischen Bäumen auf einer Picknickdecke. Ihre Freundin fordert sie auf, sich mit den anderen Picknick-Teilnehmern spielerisch zu bewegen. Sie muss das ablehnen, und zwar mit den Worten: `Ich fühl` mich so träge ...`, wobei die im Uhrzeigersinn um den Nabel kreisende Hand signalisiert, dass es sich bei besagter Trägheit um die ihres Gedärms handelt, die wegen der langfristig unbehandelten Überfüllung dieses wichtigen Organs auf den Rest ihres jugendlichen Körpers ausstrahlt.
Ihre gleichaltrige, aber dennoch lebenserfahrene Freundin empfiehlt ihr daraufhin den Joghurt, dessen Kulturkeime die Magensäure in großer Zahl überleben. Dazu zeigt der Bildschirm die Silhouette einer Frau mit eingezeichnetem Magen-Darm-Trakt. In diesen werden die kugelförmigen Jogurtkeime von oben eingefüllt und überleben - wie gesagt - den Magen in großer Zahl, um sich dann im Gedärm zu einem Pfeil zu formieren und in Sekundenschnelle ... Werbezeit kostet schließlich Geld ... aus der schematisierten Dame unten wieder heraus zu fallen.
Das nächste Bild zeigt die ehemals Darmträge, wie sie sich mit den anderen Mittzwanzigern auf der Waldlichtung mit altersgemäßen Hüpfspielen vergnügt. Sie wirkt erleichtert, ja geradezu befreit, und man ahnt, dass man, würde man den Wald wieder betreten, sehr genau aufpassen müsste, wo man hintritt.
War 2008, joghurttechnisch betrachtet, das Jahr der weichen, voluminösen Stühle, so muss man (bis heute nachwirkend) 2007 als das Jahr der Abwehr archivieren. Erinnern Sie sich an die Werbung mit dem Pärchen, das dick eingemummelt am Nord- oder Ostseestrand spazieren geht und verwundert zur Kenntnis nimmt, wie sich Scharen von Nackten jeden Alters in die sichtlich eiskalten Fluten stürzen?
Was wollten uns die Kreativkräfte aus der Werbebranche mit diesen Bildern sagen? Etwa dass der Genuss von Joghurtdrinks ein suizidales Verhalten nach Art des nordischen Lemmings fördert?
Mitnichten, geneigter Leser! Die Aussage war, dass man sich dank dem novel food dergleichen eiskalt-wässrige Fahrlässigkeiten leisten konnte - mit einem Immunsystem, das einen Alligator mit Stolz erfüllen würde.
Und 2009? Da sieht man eine junge Frau beim Aufräumen der überraschend harmlosen Verwüstungen nach einem Kindergeburtstag. Sie steht auf einem Stuhl und pflückt Luftballons von einer Wäscheleine. Der Anblick eines besonders prallen roten Ballons, den sie sich sofort gegen den flachen Bauch presst, motiviert sie, einer älteren Dame ihr Leid zu klagen: Blähungen!!!
Auch ihr wird der Joghurt empfohlen, dessen Keime den Magen in großer Zahl überstehen. Wieder zeigt die Grafik - diesmal im Profil - wie sie sich zu einem Pfeil formen und auf ihrem Weg ans Tageslicht die als Nebelschwaden gezeichneten Blähungen mit sich reißen, wobei der gewölbte Leib sichtlich flacher wird. Vermutlich in Unkenntnis der immensen Zahl von geblähten Hausfrauen, die mit dem Rücken zum Fernseher in der Küche stehen und auf ihr Gehör angewiesen sind, verzichten die kreativen Werber (für mich unverständlicherweise) darauf, die Luftballon-Analogie dabei auch noch akustisch zu bemühen. Trotz dieses fast unverzeihlichen Versäumnisses muss man den Verantwortlichen im Joghurtmarkeiting ein feines Näschen bescheinigen: 2009 wird das Jahr der Blähungen, das steht seit der Zulassung von alli 60 mg fest.
Wenn in Zukunft Germany`s next Topfmoppel pharmazeutisch und diätetisch unberaten vor der Schweinshaxen-Grillstation steht, wird er sich die Frage stellen, wie viel ihn der Genuss wohl kostet: Zwei alli? Drei alli? Er wird es ausprobieren, und seine Darmflora wird ihn dafür bestrafen.
Sie wird sich über das ungespaltene Fett hermachen und daraus Gase in schier unglaublichen Mengen produzieren. Seine Umwelt wird die Sünde mit ihm zusammen büßen müssen, denn diese Gase besitzen ein Aroma, das mit der Sozialverträglichkeit eines Menschen kaum vereinbar ist. Mancher, der neben ein paar Abnehmwilligen in der U-Bahn sitzt, dürfte ungeachtet der Benzinpreise wieder aufs Auto umsteigen.
Der Effekt funktioniert übrigens auch mit Amylaseinhibitoren ... allerdings wieder mit einem anderen Aroma. Ein Internist aus meinem Bekanntenkreis behauptet, er könne bei der Visite ohne einen Blick in die Kurve sagen, in welchem Zimmer ein Patient liegt, der Glucobay einnimmt ... Türe öffnen und einatmen genügt. All das kann nur damit enden, dass Mitte 2009 bei Gottschalk ein Kandidat auftritt, der darauf wettet, zehn gemischte alli- und Glucobay-Patienten am Geruch ihrer Slips unterscheiden zu können.
das nenn ich mal ein innovatives TV-Format
ha ha ha ... ihr seid aber lustig
tja früher war alles anders heute bekomm ich noch nimma mehr ein hoch ahahahahaha
Man Klaffi und des mit 25ig ... ich bin schockiert...
ahaha ja da bin ick net mehr der richtige für ;-)
na, ich will schon stählerne Muskeln und festes Fleisch eincremen und net ne groggi gewordenes Wrack ... verstehst doch, oda?
ja?^^
Ouuhh.. Nic hat ihren Philosophischen!?!?
Hm, Klaffi -.... dann bin ich ja doch froh, daß ich net vor Ort bin ... *harhar